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Peter und der Wolf - oder "Darf der Wolf in S-H heimisch werden?"

Lieber Freund,

danke für die reichliche Information zum Thema Wolf, die Du uns in den letzten Wochen hast zukommen lassen. Alles aufrüttelnd, bedenkenswert und dazu angetan, endlich Stellung zu beziehen. Ich war mir lange nicht im Klaren, wo ich denn stehe – zu viel Pro und Contra, all die gruseligen Bilder. Du hast viel Zeit in die Meinungsbildungsunterstützung investiert, also sollte ich mir auch die Zeit nehmen, meine Stellung zu beschreiben.

Ich habe heute Nachmittag umgeweidet, 2.000m Litze, 3 Höhen, viele Ecken und Bögen, wie das so bei kleinen Betrieben üblich ist. In der Zeit hätte ich auch 10.000m und mehr Litze in freiem Gelände verbauen können ([10.000/3 Höhen/4 Seiten] zum Quadrat, also um die 7ha anstatt eines). Aber das gab mir  auch viel Zeit zum Nachdenken.

Wir züchten Rauwollige Pommersche Landschafe, eine unserer Heimat, dem Ostseeraum, angepasste Landschafrasse. Diese Rasse ist wie viele andere regional entstandenen und den dortigen Bedingungen angepassten Rassen vom Aussterben bedroht. Wir versuchen ebenso, Gemüse und Obst jenseits des üblichen Standards zu erstehen oder anzubauen. Was uns treibt ist der Wunsch, unseren Beitrag zur Erhaltung von Vielfalt zu leisten. Vielfalt an Tieren, Pflanzen, Ideen, Meinungen, Handlungen… Zu dieser Vielfalt gehört für uns auch der Wolf. Wir werden mit dem Wolf leben. Nein, ich bin nicht dafür den Wolf mit der Flasche zu peppeln! Raubtier, Nutztier und Haustier weiß ich durchaus zu unterscheiden. Doch wenn es der Wolf trotz aller vorhandenen Widrigkeiten schafft hier als Raubtier zu leben und zu überleben, so soll es halt sein.

Du hast u.a. die erschütternden Bilder des vom Wolf getöteten und zu großen Teilen aufgefressenen Islandfohlens geschickt. Die Bilder der verletzten, verstümmelten und getöteten Schafe war in Presse und Fernsehen äußerst präsent. Eher akzeptiert, weil weniger sichtbar, sind die in ungeschickt aufgebauten Litzen und Zäunen qualvoll strangulierten Tiere jeglicher Art oder die in Stacheldrahtzäunen verendeten, die, die sich in engen Ställen gegenseitig tottreten, in Gräben ertrinken – Du kannst die Liste beliebig verlängern. Jeder dieser Fälle ist tragisch und meist für die betroffenen Menschen schmerzhaft. Ich möchte auch keins meiner Tiere an einen Wolf verlieren. Ich werde sie im Rahmen meiner Möglichkeiten schützen. Aber 100%ige Sicherheit gibt es hier nicht. Wo gibt es sie überhaupt?

Kompensation von wirtschaftlichen Verlusten hilft sicherlich und ist ja auch zugesichert, die ideellen Verluste sind kaum zu kompensieren. Nun, für mich reden wir über momentan 81 Tiere - unheimlich viele Tiere für die einen, eher wenig für andere. Wenn ich diese verliere, an den Wolf - oder einen wildernden Hund oder ein Unwetter – ist die Arbeit etlicher Jahre und viel Herzblut verloren, nicht meine Existenz. Wenn ein Schäfer von seinen 700 Muttern 40 verliert, ist dann seine Existenz bedroht? Wieviel Tiere müssen umkommen, bis ein Dithmarscher Großschäfer mit 2.500 Muttern von Existenzbedrohung reden kann? Ich weiß es nicht. Kannst Du mir das sagen?

Du magst sagen: „Was weiß der kleine Hobbyschäfer schon von Existenzbedrohung?“ Die gibt es auch jenseits des Schäferseins. Ich habe die letzten 25 Jahre meines Berufslebens in einem großen, internationalen Unternehmen gearbeitet. Wenn ich allein auf die letzten 10 Jahre zurückblicke, haben drei Entlassungswellen massiv meine Existenz, die meiner Familie und anderen 10.000en Kollegen bedroht. Bei Interesse kann ich gern mehr darüber berichten.

Was hat das jetzt mit Wolf und Schäfern zu tun? Eher wenig. Ich glaube nur nicht, dass das Auftreten oder Sesshaftwerden von Wölfen in SH irgendeine Existenz bedroht. Aber ich bin bereit zu lernen.

Bleibt noch die Angst. Als ich heute dort draußen, hinten am Waldrand, unterwegs war, habe ich in mich reingefühlt. Angst fühle ich nicht, achtsam bin ich. Genau wie gegenüber Wildschweinen. Oder den von den letzten Stürmen schiefhängenden Bäumen. Bei Ute kann das anders sein. Jeder hat seine eigenen Ängste.

Können wir unsere Enkelkinder noch auf den Koppeln spielen oder durch das Waldstück streunen lassen? Bin ich mir noch nicht im Klaren drüber. Lasse ich meine Enkelkinder an unserer Straße ohne Geh- und Fahrradweg allein nach Hause gehen, wo dort doch die Milchlaster und Motorradfahrer wie besengt durchrasen – trotz Ortseingangsschild? Ich werde die Entscheidung treffen müssen.

Viele Grüße, Peter

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